Produkte zum Entfernen und zur Vorbeugung von Schimmel

Ist eine Mietminderung bei Schimmel in der Wohnung möglich?

Wenn Feuchtigkeit in die Wohnung eindringt und sich als Folge Schimmelpilze bilden, schadet dies der Gesundheit des Mieters, sodass er unter Umständen eine Mietminderung vornehmen kann. Die Rechtsprechung ist in diesen Fällen jedoch nur schwer überschaubar, deshalb soll dieser Artikel nicht die professionelle Rechtsberatung oder den Rechchtsanwalt ersetzen, sondern einen ersten Einblick die Thematik bieten.

Schimmelbefall tritt nicht nur in schlecht isolierten Altbauten auf, sondern kann auch in Neubauten die Wohnqualität des Mieters beeinflussen.

Rechtliche Situation

Rechtlich gesehen ist Feuchtigkeit in der Wohnung ein Sachmangel. Liegt die Ursache für den Schimmelpilz im Zustand der Bausubstanz, kann die Miete in der Regel gemindert werden. Wenn der Schimmelpilz allerdings durch falsches Heiz- und Lüftungsverhalten entsteht, trägt der Mieter die Schuld und wird die Miete kaum kürzen können. In vielen Fällen liegen beide Ursachen auch kombiniert vor.

Baulich bedingter Schimmelbefall

Wenn Fenster und Türen nicht mehr dicht sind oder durch Risse im Mauerwerk Feuchtigkeit eindringt, ist eine Mietminderung wegen Sachmangels gerechtfertigt. Auch die Neubaufeuchtigkeit ist ein baulicher Mangel und gestattet eine Mietminderung, da in der Folge die Heizkosten für den Mieter erhöht sind.

Falsches Heiz- und Lüftungsverhalten

Verschiedene Gerichte haben unterschiedlich geurteilt, welches Lüftungsverhalten notwendig und zumutbar für den Mieter ist. Es ist jedoch Fakt, dass die Wohnungsluft nicht dauerhaft zu feucht sein darf, um die Bildung von Schimmel nicht zu begünstigen.
Auch das Heizverhalten spielt hier eine große Rolle, denn kalte Luft nimmt weniger Feuchtigkeit auf. Mieter sollten also in jedem Fall darauf achten, regelmäßig zu lüften und die Raumtemperatur nicht zu weit absinken zu lassen, um eine Schimmelbildung nicht zu begünstigen.

Mietminderungstabelle

Zur Mietminderung bei Gefährdung der Gesundheit nach Befall der Wohnung mit Schimmelpilzen liegen viele Urteile vor, die gesammelt eine sogenannte Mietminderungstabelle ergeben. Gerichtsurteile zur Mietkürzung orientieren sich an diesen bereits gefällten Urteilen.

Bei einer erheblichen Gesundheitsgefährdung durch einen Schimmelpilz, der die Wohnung unbewohnbar macht, entschied das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, dass eine Mietminderung von 100% angebracht ist.
Sind bei Erstbezug einer Neubauwohnung sämtliche Zimmer von Schimmel befallen, hat dies laut Landgericht Köln eine Mietkürzung von 75% zur Folge.
Schimmelbefall im Wohnzimmer (Landgericht Hamburg) sowie eine Feuchtigkeitsentwicklung, die entsteht, weil alle Fenster der Wohnung undicht sind (Amtsgericht Leverkusen), führen eine Mietminderung von 50% herbei.
Leichte Schimmelbildung in der Küche führt laut Verwaltungsgericht Berlin zu einem Anspruch auf 25% Mietkürzung.

Vorgehensweise Schritt für Schritt

Wenn Sie als Mieter in Ihrer Wohnung Schimmel entdeckt haben und Folgen für Ihre Gesundheit befürchten, sollten Sie sich an die folgende Vorgehensweise halten:

  1. Legen Sie die ganze vom Schimmel befallene Fläche frei und rücken Sie Möbel zur Seite. Untersuchen Sie auch das restliche Zimmer auf Spuren von Schimmelpilzen.
  2. Fotografieren Sie den Schaden und ziehen Sie eine weitere Person hinzu, die das Ausmaß des Schimmelbefalls und eventuell auch Ihr Heiz- und Lüftungsverhalten bezeugen kann.
  3. Informieren Sie Ihren Vermieter über das Problem. Drohen Sie nicht direkt mit einer Minderung der Miete, sondern bitten Sie Ihn erst einmal zu einer Besichtigung vor Ort.
  4. Zeigen Sie Ihrem Vermieter den Schaden und fragen Sie Ihn nach dem weiteren Vorgehen.
  5. Im Idealfall einigen Sie sich bei diesem Treffen, wie der Schimmelbefall beseitigt werden soll und wer die Kosten dafür trägt. Ist eine solche Einigung nicht möglich, wenden Sie sich an einen Anwalt und lassen Sie sich hinsichtlich des weiteren Vorgehens beraten.
  6. Wenn es zu keiner anderweitigen Einigung kommt, entscheidet nun ein Gericht, wer die Schuld und somit auch die Kosten für die Schimmelbeseitigung zu tragen hat.